Toolbox

Gemeinsame Zukunft — Jetzt!

Buchen Sie eine:n Guide mit der Toolbox des Museums für Islamische Kunst – für Ihre Schulklasse oder Jugendeinrichtung in Berlin

Das Themenfeld „Migration“ ist oft negativ belegt und wird vor allem mit Defiziten in Verbindung gebracht. Mit der interaktiven Toolbox können Jugendliche zum Beispiel erfahren, dass die eigene Perspektive eine von vielen ist und sich mithilfe einer kritischen, aber wertschätzenden Diskussionskultur erweitern lässt. Die Toolbox steht für die Vision einer gemeinsamen Zukunft für die ganze Gesellschaft: Sie motiviert zu einem wertschätzenden Miteinander. Damit ein lebendiger und gleichzeitig reflektierter Austausch gelingt, stehen den Jugendlichen (ab 12 Jahren/7. Klasse) Multaka-Guides zur Seite.

Die Toolbox richtet sich an Schulen und Jugendeinrichtungen in Berlin und wird vor Ort von einer oder einem Multaka-Guide kostenfrei durchgeführt. Termine für die je 90-minütigen Veranstaltungen gibt es flexibel auf Anfrage.

Jetzt eine:n Multaka-Guide mit der Toolbox buchen unter info@multaka.de

Toolbox

Die Toolbox fördert spielerisch ein umfassenderes Migrationsverständnis bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Interaktive Spiele und Übungen zu den Alltagsthemen Essen, Orte und Musik erleichtern den Zugang zu den Themenfeldern Migration, Mobilität und Transkulturalität sowie Ausgrenzung und Inklusion.

Die Toolbox soll erlebbar machen, dass

  • Identitäten von Personen, Objekten und Orten nicht klar abgrenzbar, sondern immer miteinander verbunden sind, heute und früher.
  • Migration, Bewegung, Wanderung, Austausch und gesellschaftliche Vielfalt eine historische Konstante und damit „normal“ sind.
  • in den vorherrschenden zeitgenössischen Diskussionen ein stark verkürztes Verständnis von „Migration“ kommuniziert wird.
  • in gesellschaftlicher Vielfalt, Migration und Mobilität das Potenzial für die Schaffung von Neuem und neuen Verbindungen liegt.
  • Mobilität von vielfältigen, teilweise unsichtbaren Grenzen abhängig ist, die Menschen in ganz unterschiedlichem Maß betreffen.
  • die eigene Perspektive nur eine von vielen weiteren ist und dass sie erweitert werden kann.

Es ist unser Anliegen, mit diesem Angebot zu einer vielfältigen und für alle lebenswerten Gesellschaft beizutragen. Die Toolbox ist in Kooperation der Projekte “Multaka: Treffpunkt Museum” und “Gemeinsame Vergangenheit – Gemeinsame Zukunft II” partizipativ entwickelt worden.

In unserer Arbeit mit der Toolbox verfolgen wir einen niedrigschwelligen Ansatz. Das kostenlose Angebot kann sowohl von Jugendfreizeiteinrichtungen (JFE)  als auch von Schulen (ab der 7. Klasse) gebucht werden. Hervorzuheben ist zudem, dass

  • unser Toolbox-Konzept den Ansatz der flexiblen Themenwahl verfolgt. Die Teilnehmenden können situativ aus mehreren Themen auswählen und sind nicht auf ein Thema festgelegt. Bei Bedarf können im Vorfeld Themenschwerpunkte gemeinsam abgestimmt und festgelegt werden.
  • die Multaka Guides flexibel auf die Interessen der Jugendlichen reagieren, den Austausch fördern und sie ermutigen, eigene Standpunkte in der Gruppe vorzustellen.
  • die Multaka Guides mit ihren Expertisen als Vermittler:innen neue Sichtweisen und Erfahrungen in die Klasse/JFE bringen und auch Identifikationsmöglichkeiten für Jugendliche bieten, denen ein Migrationshintergrund zugeschrieben wird.
  • die Multaka Guides nach dem dialogischen Prinzip arbeiten. Dabei stehen eine verbindliche Ansprache und kommunikative Interaktion im Zentrum. Die ideale Voraussetzung, um mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einen vorurteilsbewussten Austausch zu treten.

Die Toolbox haben wir von 2020 bis 2022 partizipativ entwickelt: An allen Projektphasen waren auch Jugendliche und junge Erwachsene beteiligt, die ihre Ideen in die Entwicklung einbrachten und die Box in der Praxis testeten. Jugendliche und junge Erwachsene aus verschiedenen Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen haben in der ersten Projektphase an der Entwicklung der Themen und Formate mitgearbeitet. In der zweiten Projektphase haben Mitglieder des Jugendgremiums der Staatlichen Museen zu Berlin, Achtet Alis MB, gemeinsam mit dem Projektteam die Ausarbeitung der einzelnen Übungen und Spiele übernommen.

Sozialpädagog:innen aus der freien Jugendarbeit haben das Projektteam außerdem in der Konzeptionsphase beraten. Getestet wurde die Toolbox vor der endgültigen Fertigstellung mit Fokusgruppen von Jugendlichen in mehreren Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen. Die Pilottests wurden von einer professionellen Evaluierung begleitet.

Das Projekt „Multaka: Treffpunkt Museum“ wurde im Dezember 2015 vom Museum für Islamische Kunst initiiert. Multaka ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museum für Islamische Kunst, dem Vorderasiatischen Museum, dem Bode Museum und dem Deutschen Historischen Museum.

Zum Auftakt des Projekts wurden Menschen mit Flucht- und/oder Migrationserfahrung aus dem Nahen Osten zu Museumsführer:innen ausgebildet. Ihre Aufgabe war es, arabischsprachige Führungen für Menschen aus der gleichen Region, die ebenfalls neu in Berlin angekommen waren, zu entwickeln und zu leiten. 2021 hat sich das Projekt vergrößert und ebenfalls persischsprachige Menschen zu Multaka Guides ausgebildet.

Die dialogisch angelegten Führungen zielen darauf ab, den Austausch unterschiedlicher kultureller und historischer Erfahrungen zu ermöglichen und kulturelle Brücken zu bauen. Multaka (arabisch für „Treffpunkt“) setzt sich dabei für die Diversifizierung der Museumsstrukturen ein und beabsichtigt eine aktive kulturelle Teilhabe bisher nicht oder kaum adressierter Gemeinschaften zu erreichen sowie bisher marginalisierte Perspektiven und Narrative stärker ins Bewusstsein der Museumsvermittlung zu rücken und dauerhaft zu implementieren.

Die Toolbox deckt die Themen Migration, Mobilität und Transkulturalität sowie Ausgrenzung und Inklusion über drei niederschwellige thematische Zugänge ab: Essen, Orte und Musik. Über die Alltagsthemen Essen, Orte und Musik werden größere Fragen aufgeworfen, zum Beispiel:

Seit wann lebt die Paprika in Deutschland? Mit wem kam die Pasta nach Italien? Wie wandern Fachwerkhäuser in die USA? Was hat eine Parkbank mit Ausgrenzung zu tun? Sind Grenzen immer sichtbar? Und wer kann sie überschreiten?

Die Teilnehmenden entdecken Migration und globale Wanderungsbewegungen, Ausgrenzung und Inklusion aus neuen Blickwinkeln.

Bei Bedarf können Sie bei der Buchung einen Schwerpunkt für die Durchführung wählen, falls Sie beispielsweise im Unterricht ein passendes Thema besprechen.

Wählbare Schwerpunkte für die Toolbox-Sitzungen sind:

  • Migrationsbewegungen (von Essen, Architektur, Musik)
  • Grenzen
  • Hostile Design
  • Auseinandersetzung mit persönlichen Biografien und dem Umgang mit Kategorien wie „Geflüchtete:r“, „Arbeitsmigrant:in“, „Expat“, „Person mit Migrationshintergrund“, usw.
  • kritische Auseinandersetzung mit Orient-Bildern und Orient-Klischees

Was? Interaktive Spiele und Übungen zu den Themen Essen, Musik und Orte

Für wen? Jugendliche und junge Erwachsene (ab 12 Jahren / 7. Klasse)

Wo? In Jugendeinrichtungen und Schulen in Berlin

Wie? Durchführung vor Ort bei Ihnen durch unsere Multaka Guides

Wann? Flexible Termine auf Anfrage, Dauer je 90 Min.

Kostenfrei – Terminanfragen und Anmeldung unter: info@multaka.de