Toolbox

Gemeinsame Zukunft — Jetzt!

Die interaktive Toolbox des Museums für Islamische Kunst

Seit wann lebt die Tomate in Deutschland? Mit wem kam die Pasta nach Italien? Wie wandern Fachwerkhäuser in die USA? Was hat eine Parkbank mit Ausgrenzung zu tun? Sind Grenzen immer sichtbar? Und wer kann sie überschreiten? 

Entdecke Migration und globale Wanderungsbewegungen, Ausgrenzung und Inklusion aus neuen Blickwinkeln! Mit der Toolbox des Museums für Islamische Kunst. Gemeinsame Zukunft für alle! 

Spiel mit, stell Fragen, diskutiere und hab Spaß!

Toolbox

Die Toolbox ist in einer Kooperation der Projekte „Gemeinsame Vergangenheit – Gemeinsame Zukunft“ und „Multaka: Treffpunkt Museum partizipativ entwickelt worden, um ein erweitertes Migrationsverständnis bei den teilnehmenden Jugendlichen zu fördern. Da das Themenfeld „Migration“ oft negativ belegt ist und mit Defiziten in Verbindung gebracht wird, möchten wir mit der Toolbox umfassendere Perspektiven auf den  Migrationsbegriff anregen. Damit möchten wir Jugendliche und junge Erwachsene zu einer kritischen und gleichzeitig wertschätzenden Reflexions- und Diskussionskultur motivieren. Es ist unser Anliegen, zu einer vielfältigen und für alle lebenswerten Gesellschaft beizutragen.

Die Toolbox soll erlebbar machen, dass

  • Identitäten von Personen, Objekten und Orten nicht klar abgrenzbar, sondern immer miteinander verbunden sind, heute und früher.
  • Migration, Bewegung, Wanderung, Austausch und gesellschaftliche Vielfalt eine historische Konstante und damit „normal“ sind.
  • in den vorherrschenden zeitgenössischen Diskussionen ein stark verkürztes Verständnis von „Migration“ kommuniziert wird.
  • in gesellschaftlicher Vielfalt, Migration und Mobilität das Potenzial für die Schaffung von Neuem und neuen Verbindungen liegt.
  • Mobilität von vielfältigen, teilweise unsichtbaren Grenzen abhängig ist, die Menschen in ganz unterschiedlichem Maß betreffen.
  • die eigene Perspektive nur eine von vielen weiteren ist und dass sie erweitert werden kann.

In unserer Arbeit mit der Toolbox verfolgen wir einen niedrigschwelligen Ansatz. Das kostenlose Angebot kann sowohl von Jugendfreizeiteinrichtungen (JFE)  als auch von Schulen (ab der 7. Klasse) gebucht werden. Hervorzuheben ist zudem, dass

  • unser Toolbox-Konzept den Ansatz der flexiblen Themenwahl verfolgt. Die Teilnehmenden können situativ aus mehreren Themen auswählen und sind nicht auf ein Thema festgelegt. Bei Bedarf können im Vorfeld Themenschwerpunkte gemeinsam abgestimmt und festgelegt werden.
  • die Multaka Guides flexibel auf die Interessen der Jugendlichen reagieren, den Austausch fördern und sie ermutigen, eigene Standpunkte in der Gruppe vorzustellen.
  • die Multaka Guides mit ihren Expertisen als Vermittler:innen neue Sichtweisen und Erfahrungen in die Klasse/JFE bringen und auch Identifikationsmöglichkeiten für Jugendliche bieten, denen ein Migrationshintergrund zugeschrieben wird.
  • die Multaka Guides nach dem dialogischen Prinzip arbeiten. Dabei stehen eine verbindliche Ansprache und kommunikative Interaktion im Zentrum. Die ideale Voraussetzung, um mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einen vorurteilsbewussten Austausch zu treten.

Die Ideenfindung, Konzeption und grafische Gestaltung der Toolbox erstreckte sich insgesamt über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Ausarbeitung der Inhalte und Formate fand partizipativ statt: In einer ersten Phase mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus verschiedenen Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen und in einer zweiten Phase mit dem Jugendgremium der Staatlichen Museen zu Berlin, „Achtet Alis MB“

Außerdem wurde die Konzeption der Toolbox von Sozialpädagog:innen aus der freien Jugendarbeit beraten. Im Anschluss an die Testung der Toolbox mit jugendlichen Fokusgruppen in Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen im Juni 2022 und der Evaluation der Pilotphase erfolgte die endgültige Fertigstellung aller Inhalte, das grafische Design und die Produktion der Toolboxen.

Das Projekt „Multaka: Treffpunkt Museum“ wurde im Dezember 2015 vom Museum für Islamische Kunst initiiert. Multaka ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museum für Islamische Kunst, dem Vorderasiatischen Museum, dem Bode Museum und dem Deutschen Historischen Museum.

Zum Auftakt des Projekts wurden Menschen mit Flucht- und/oder Migrationserfahrung aus dem Nahen Osten zu Museumsführer:innen ausgebildet. Ihre Aufgabe war es, arabischsprachige Führungen für Menschen aus der gleichen Region, die ebenfalls neu in Berlin angekommen waren, zu entwickeln und zu leiten. 2021 hat sich das Projekt vergrößert und ebenfalls persischsprachige Menschen zu Multaka Guides ausgebildet.

Die dialogisch angelegten Führungen zielen darauf ab, den Austausch unterschiedlicher kultureller und historischer Erfahrungen zu ermöglichen und kulturelle Brücken zu bauen. Multaka (arabisch für „Treffpunkt“) setzt sich dabei für die Diversifizierung der Museumsstrukturen ein und beabsichtigt eine aktive kulturelle Teilhabe bisher nicht oder kaum adressierter Gemeinschaften zu erreichen sowie bisher marginalisierte Perspektiven und Narrative stärker ins Bewusstsein der Museumsvermittlung zu rücken und dauerhaft zu implementieren.

Die Toolbox deckt die Themen Migration, Mobilität und Transkulturalität sowie Ausgrenzung und Inklusion über drei thematische Zugänge ab: Essen, Orte und Musik.

Bei Bedarf können Sie bei der Buchung einen Schwerpunkt für die Durchführung wählen, falls Sie beispielsweise im Unterricht ein passendes Thema besprechen.

Wählbare Schwerpunkte für die Toolbox-Sitzungen sind:

  • Migrationsbewegungen (von Essen, Architektur, Musik)
  • Grenzen
  • Hostile Design
  • Auseinandersetzung mit persönlichen Biografien und dem Umgang mit Kategorien wie „Geflüchtete:r“, „Arbeitsmigrant:in“, „Expat“, „Person mit Migrationshintergrund“, usw.
  • kritische Auseinandersetzung mit Orient-Bildern und Orient-Klischees