Konzept & Vision

The project “Multaka: Museum as Meeting Point”, aims to facilitate the interchange of diverse cultural and historical experiences and to build cultural bridges. Multaka (Arabic for “meeting point”) intends to achieve an active cultural participation through the diversification of the museums’ structures and reaching out to unaddressed communities as well as to support the exchange and shifting of diverse perspectives.

In December 2015 the Museum of Islamic Art, in cooperation with the Ancient Near East Museum, Bode Museum and the German Historical Museum, started this project and trained people with refugee and/or migration experience into museum guides. From Syria, Iraq, Afghanistan, and Iran, the Multaka guides develop and lead interactive tours in Arabic and Persian for others who share their mother tongue. Tours are also offered in German and English upon request. 

Through the acknowledgment of one’s own cultural heritage, knowledge, and language, as well as reclaiming agency by the Arabic and Persian-speaking Guides, the Museum aims to diversify the narratives in the cultural sphere and to enable confident and constructive connection with cultural institutions. In total, 33 Guides were trained within Multaka Berlin, 20 of which are still active with the project.

The four involved museums are in direct vicinity and cover history from the ancient Middle East, Byzantium, and the Islamic Period to more recent German history. Thus, they connect the cultural heritage of countries of origin with the history of the country of resettlement through artistic and historical parallels. With dialogue and discussion, guides help visitors explore the museums and their objects’ while providing their personal perspectives and achieving relevance.  The free of charge and registration tour concept, the abolishment of the language barrier as well as peer-to-peer encounter enabled thousands of people to explore the museums through the Multaka Tours. 

Durch die Darstellung von Gemeinsamkeiten und die Eingliederung in einen größeren kulturellen und historischen, epochenübergreifenden Zusammenhang haben Museen die Möglichkeit als Verbindungsglied zwischen den Herkunftsländern der Geflüchteten und den Gast- bzw. neuen Heimatländern zu funktionieren und einen Bedeutungskontext für ihr Leben hier zu kreieren. Doch es gibt viele Stories die überall und nicht nur auf der Museumsinsel funktionieren:

  • Migration: kein Objekt in unserem Museum existiert ohne Migration – jedes Objekt ist ein Ausdruck von transregionaler Verbindung und Migration: der Austausch von Techniken, Gedanken, Mustern, Moden und Ideen ist die Basis jeder Kultur. Kein Objekt und kein Thema in unserer Gesellschaft kann durch geschlossene kulturelle Weltbilder erklärt werden. Woher kommt Eisen? Oder woher kommt das Alphabet? Wie sieht es mit Papier, Schießpulver, dem Telefon oder der Jeans aus? Wie mit Musik und Speisen? Kein einziger Faden unserer Kleidung ist nur Deutsch, Syrisch und Britisch etc. Objekte sind Träger von Migration.
  • Geteiltes Erbe: die Geschichte des Austausches zwischen Europa und dem Nahen Osten hilft uns zu verstehen, dass keiner von uns ohne den anderen so wäre, wie er ist. Die Liste aus dem Mittleren Osten ist lang: Wissenschaft, Philosophie, keramische Techniken wie Lüster oder Blau-Weiß, Papier, das Schachspiel, die arabische Laute al-Oud als Mutter der Gitarre (Ohne die Oud kein Jimmy Hendrix oder John Lennon) etc. Die Liste der anderen Seite ist genauso lang. Interaktion durch Handel und Krieg entlang der Kulturautobahnen der Seidenstraße oder des Mittelmeers prägten unsere Gesellschaften. Viele kulturelle Realitäten sind verwoben und beide Seiten des Mittelmeeres waren formgebend füreinander über Jahrhunderte.
  • Parallele Geschichte: was ist unsere gemeinsame historische oder menschliche Erfahrung? Die Geburt unserer Kulturen aus der Spätantike oder die dramatischen Lebensver-änderungen im 19. und 20. Jh. sind Entwicklungsphasen, die eng miteinander verknüpft sind. Wir sind nicht gleich, aber wir sind verbunden. Die globale Moderne prägt uns alle: die japanische Produktion des schweizerischen Kinderbuchs Heidi verfolgten Kinder in Syrien und Deutschland quasi simultan. Parallele und gemeinsame Erfahrung erlauben darüber hinaus Schwerpunktthemen auf der Metaebene, wie Liebe, Krieg, Tod, Gefühle, soziale Ordnung, Geschlechter etc.
  • Kontaktzonen: Personen und Orte historischer und kultureller Verbindungen zwischen Deutschland, Syrien und Irak. Austausch von der Zeit Karl des Großen und Harun al-Raschid, dem Staufer Friedrich II. und Sultan Kamil bis zu Wilhelm II. und Abdülhamid II.; Orte des islamischen Erbe Europas: Sizilien, Spanien und der Balkan. Kontaktzonen waren höfische Kultur entlang des Mittelmeeres im 12. und 13. Jh., Venedig und der Handel mit dem Mittleren Osten, die Kreuzzüge als Kulturtransfer etc.

Lesen Sie mehr über das Multaka-Konzept von Prof. Dr. Stefan Weber (Direktor des Museums für Islamische Kunst).

Multaka – Konzept und Projektbeschreibung

Ein Projekt von

 

 

Projektförderer

 

 

FMIK e.V.